WLAN sichern: Leitfaden fur Senioren 2026
Ihre WLAN-Verbindung ist die digitale Haustur Ihres Zuhauses. So wie Sie Ihre Haustur abschliessen, ist es wichtig, Ihr WLAN zu sichern. Die gute Nachricht: Es ist weder kompliziert noch zeitaufwendig. In 15 Minuten konnen Sie die Sicherheit Ihres Netzwerks deutlich erhohen.
Dieser Leitfaden fuhrt Sie Schritt fur Schritt durch, mit Anweisungen fur die in Frankreich gangigsten Router: Orange (Livebox), Free (Freebox) und Bouygues Telecom (Bbox).
Warum die WLAN-Sicherung wichtig ist
Wenn Ihr WLAN nicht gesichert ist oder das Standardpasswort verwendet, bestehen mehrere Risiken:
Ein Nachbar kann Ihre Verbindung mitbenutzen. Das ist nicht nur Bandbreitendiebstahl. Nutzt diese Person Ihre Verbindung fur illegale Aktivitaten (Downloads, Betrug), erscheint Ihre IP-Adresse, und die Polizei klingelt zuerst bei Ihnen.
Ihre Daten konnen abgefangen werden. In einem schlecht gesicherten Netzwerk kann eine boswillige Person in Reichweite Ihres WLAN (rund 30 Meter, manchmal mehr) die von Ihnen besuchten Websites einsehen oder unverschlusselte Informationen abfangen.
Ihre verbundenen Gerate werden verwundbar. Uberwachungskameras, Video-Turklingel, smarte Lautsprecher – all diese Gerate sind uber Ihr WLAN erreichbar. Ein ungesichertes Netzwerk konnte einem Eindringling Zugriff auf Ihre Kameras oder das Mithoren uber Ihren Lautsprecher erlauben.
Laut Cybermalveillance.gouv.fr (Jahresbericht 2025) sind Einbruche in private WLAN-Netzwerke innerhalb eines Jahres um 15 % gestiegen. Die Mehrheit betraf Netzwerke, deren Standardpasswort nicht geandert wurde.
Schritt 1: Das Standard-WLAN-Passwort andern
Das ist die wichtigste Massnahme. Das auf dem Router-Etikett gedruckte Passwort ist fur jede Person sichtbar, die bei Ihnen vorbeikommt. Das Andern dauert 5 Minuten.
Wie man ein gutes WLAN-Passwort wahlt
Ihr neues WLAN-Passwort sollte sein:
- Lang: mindestens 12 Zeichen (idealerweise 16 oder mehr)
- Vielfaltig: Gross- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen mischen
- Merkbar: einen personlichen Satz als Grundlage verwenden
Methodenbeispiel: Nehmen Sie einen unvergesslichen Satz wie „Meine Enkelin Louise ist seit Marz 7 Jahre alt”. Nehmen Sie die Anfangsbuchstaben und fugen Sie Zeichen hinzu: MELis7Ja!sM2026. Ein 15-stelliges, robustes und merkbares Passwort.
Praxistipp: Notieren Sie das neue Passwort auf einem Zettel in einer Schublade (nicht auf den Router kleben). Sie werden es brauchen, um Ihre Gerate neu zu verbinden.
Auf der Livebox (Orange)
- Offnen Sie Ihren Browser (Chrome, Firefox, Safari)
- Tippen Sie 192.168.1.1 in die Adresszeile und drucken Sie Enter
- Geben Sie das Administrator-Passwort ein (standardmassig auf dem Router-Etikett, oft „Sicherheitsschlussel” oder „Admin-Passwort” genannt)
- Gehen Sie zum Reiter WLAN
- Klicken Sie auf WLAN-Passwort andern
- Geben Sie Ihr neues Passwort ein
- Klicken Sie auf Speichern
- Verbinden Sie Ihre Gerate mit dem neuen Passwort
Achtung: Nach der Anderung werden alle Ihre Gerate (Tablet, Smartphone, smarter Lautsprecher) getrennt. Sie mussen das neue Passwort auf jedem eingeben.
Auf der Freebox (Free)
- Offnen Sie die App Freebox Connect auf Ihrem Smartphone (laden Sie sie bei Bedarf aus dem App Store oder Google Play)
- Melden Sie sich mit Ihrer Free-Kennung an
- Gehen Sie zu WLAN-Einstellungen
- Tippen Sie auf Passwort
- Geben Sie Ihr neues Passwort ein
- Bestatigen Sie
Sie konnen auch die Weboberflache unter mafreebox.freebox.fr im Browser aufrufen.
Auf der Bbox (Bouygues Telecom)
- Offnen Sie Ihren Browser
- Tippen Sie mabbox.bytel.fr in die Adresszeile
- Geben Sie das Administrator-Passwort ein (auf dem Router-Etikett)
- Gehen Sie zu WLAN und dann Sicherheit
- Andern Sie das Passwort
- Klicken Sie auf Anwenden
Schritt 2: Das Sicherheitsprotokoll prufen (WPA2 oder WPA3)
Das Sicherheitsprotokoll ist das Verschlusselungssystem, das die Daten im WLAN-Netzwerk schutzt. Es gibt mehrere Stufen:
- WEP: alt und verwundbar. Ein Angreifer kann es in wenigen Minuten knacken. Wenn Ihr Router WEP verwendet, andern Sie es sofort.
- WPA: besser als WEP, aber uberholt.
- WPA2: der aktuelle Standard. Mit gutem Passwort solide. Das Mindestmass fur 2026.
- WPA3: das neueste und sicherste. Aktivieren Sie es, wenn Ihr Router es unterstutzt.
Wie man das Protokoll prufen und andern kann
Das Protokoll wird in derselben Oberflache wie das Passwort geandert (siehe oben). Suchen Sie nach einem Parameter namens „Sicherheitsart”, „Verschlusselung” oder „Sicherheitsmodus”.
Auf der Livebox 5 oder 6: im WLAN-Reiter „Sicherheitsmodus” suchen. Wahlen Sie WPA2/WPA3, falls verfugbar, sonst WPA2.
Auf der Freebox Pop oder Ultra: in Freebox Connect zu den erweiterten WLAN-Einstellungen. WPA3 ist bei neueren Modellen verfugbar.
Auf der Bbox Fibre Wi-Fi 6: in der Weboberflache, Bereich WLAN > Sicherheit. Wahlen Sie WPA3, falls angeboten.
Wichtiger Hinweis: Wenn Sie WPA3 aktivieren, konnen sich altere Gerate (altes Tablet, altes Smartphone) moglicherweise nicht mehr verbinden, da sie nicht kompatibel sind. Wahlen Sie in diesem Fall den „WPA2/WPA3-Mischbetrieb”, der beide Geratetypen akzeptiert.
Schritt 3: Den Netzwerknamen (SSID) andern
Der Name Ihres WLAN (SSID) ist fur Nachbarn und Passanten sichtbar. Standardmassig enthalt er oft den Namen Ihres Anbieters und eine Nummer (z. B. „Livebox-A1B2” oder „Freebox-123456”). Dieser Standardname verrat Anbieter und Routermodell – Informationen, die ein Angreifer ausnutzen kann.
So wahlen Sie einen guten Netzwerknamen:
- Vermeiden Sie Ihren Namen, Ihre Adresse oder Wohnungsnummer
- Wahlen Sie einen neutralen Namen ohne Hinweise (z. B. „MeinNetz2026” oder „WLAN_Haus”)
- Vermeiden Sie witzige Namen, die Aufmerksamkeit erregen
Die SSID-Anderung erfolgt in derselben Oberflache wie das Passwort, im WLAN-Bereich.
Schritt 4: Ein Gast-WLAN einrichten
Ein Gastnetzwerk ist ein zweites WLAN, getrennt vom Hauptnetzwerk. Es erlaubt Ihren Besuchern (Familie, Freunden, Haushaltshilfe, Techniker), sich ins Internet zu verbinden, ohne auf Ihre personlichen Gerate zuzugreifen (Computer, Drucker, Kameras).
Warum das nutzlich ist:
- Sie mussen Ihr Haupt-WLAN-Passwort nicht weitergeben
- Die Gerate der Gaste konnen Ihre Dateien oder Kameras nicht sehen
- Sie konnen das Gastnetzwerk deaktivieren, wenn Sie es nicht mehr brauchen
Gast-WLAN auf der Livebox einrichten
- Rufen Sie die Oberflache auf (192.168.1.1)
- Gehen Sie zu WLAN und dann Gast-WLAN
- Aktivieren Sie das Gastnetzwerk
- Geben Sie ihm einen Namen (z. B. „WLAN_Gast”) und ein Passwort
- Speichern
Gast-WLAN auf der Freebox einrichten
- Offnen Sie die App Freebox Connect
- Gehen Sie zu Gastnetzwerk
- Aktivieren Sie, vergeben Sie Name und Passwort
- Bestatigen
Gast-WLAN auf der Bbox einrichten
- Rufen Sie die Oberflache auf (mabbox.bytel.fr)
- Gehen Sie zu WLAN und dann Gastnetzwerk
- Aktivieren, konfigurieren und bestatigen
Schritt 5: Die verbundenen Gerate prufen
Es ist sinnvoll, gelegentlich zu prufen, welche Gerate mit Ihrem Netzwerk verbunden sind. Sehen Sie ein unbekanntes Gerat, nutzt vielleicht ein Nachbar Ihr WLAN.
So sehen Sie die verbundenen Gerate:
- Livebox: in der Oberflache (192.168.1.1), „Meine verbundenen Gerate”
- Freebox: in der App Freebox Connect, Gerateliste
- Bbox: in der Oberflache (mabbox.bytel.fr), Bereich „Meine Gerate”
Jedes verbundene Gerat zeigt seinen Namen (z. B. „iPhone von Marie”, „Tablet Samsung”) und seine MAC-Adresse (eine eindeutige technische Kennung). Sehen Sie ein unbekanntes Gerat, andern Sie Ihr WLAN-Passwort: Alle Gerate werden getrennt und nur die mit dem neuen Passwort konnen sich erneut verbinden.
Die 5 Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Das Standardpasswort behalten: Das Erste, was ein Angreifer versucht. Andern Sie es bei der Inbetriebnahme.
- Das Passwort auf den Router oder Bildschirm kleben: Ein Besucher oder Techniker kann es sehen und fotografieren.
- Ein zu kurzes Passwort verwenden: „12345678” oder „password” werden in Sekunden erraten. Mindestens 12 Zeichen.
- Router-Updates ignorieren: Anbieter versenden automatische Sicherheitsupdates. Verlangt der Router einen Neustart fur ein Update, fuhren Sie ihn aus.
- WPS dauerhaft aktiviert lassen: WPS ist eine Taste am Router, die das Verbinden eines Gerats ohne Passwort erlaubt. Praktisch, aber verwundbar. Nur bei Bedarf aktivieren, danach deaktivieren.
Zusammenfassung: Ihre WLAN-Sicherheitscheckliste
Hier die Aktionen nach Prioritat:
- Standard-WLAN-Passwort andern (mindestens 12 Zeichen)
- Prufen, dass das Protokoll WPA2 oder WPA3 ist
- Netzwerknamen (SSID) durch einen neutralen Namen ersetzen
- Gast-WLAN fur Besucher einrichten
- Liste der verbundenen Gerate prufen
- WPS deaktivieren, wenn nicht in Gebrauch
Diese 6 Aktionen dauern zusammen 15 bis 30 Minuten. Sie reduzieren das Risiko eines Einbruchs in Ihr Heimnetzwerk erheblich.
Brauchen Sie Hilfe, zogern Sie nicht, einen Angehorigen zu fragen oder den technischen Support Ihres Anbieters anzurufen: Orange (3900), Free (3244), Bouygues Telecom (1064).
Redaktioneller Hinweis
Konsultierte Quellen: Cybermalveillance.gouv.fr (Jahresbericht 2025, WLAN-Empfehlungen), ANSSI (Leitfaden zur IT-Hygiene, 2024), Wi-Fi Alliance (WPA3-Spezifikationen, 2024), Orange (Livebox-Dokumentation, 2025), Free (Freebox-Dokumentation, 2025), Bouygues Telecom (Bbox-Dokumentation, 2025).
Einschrankungen dieses Leitfadens: Die Administrationsoberflachen der Router andern sich mit Software-Updates. Screenshots und Menupfade konnen leicht von Ihrer Version abweichen. Dieser Leitfaden deckt die gangigsten Router (Orange, Free, Bouygues) ab, aber nicht SFR oder alternative Anbieter. Die Anweisungen gelten fur aktuelle Routermodelle.
Verifizierungsdatum: 16. April 2026
Interessenkonflikte: keine. Dieser Leitfaden enthalt keine Affiliate-Links.
Questions fréquentes
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Schauen Sie auf das Etikett Ihres Routers: Steht dort WPA2 oder WPA3, ist Ihre Verbindung verschlusselt. Steht dort WEP oder ist kein Protokoll angegeben, ist Ihr WLAN verwundbar und muss sofort abgesichert werden. Sie konnen es auch am Computer prufen: Klicken Sie auf das WLAN-Symbol und suchen Sie in den Netzwerkeigenschaften nach Sicherheit.
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Das Standardpasswort ist auf das Etikett des Routers gedruckt. Jede Person, die Ihr Zuhause betritt (Techniker, Haushaltshilfe, Besuch), kann es sehen und notieren. Zudem sind manche Standardpasswortlisten bei Datenlecks offengelegt worden. Ein personalisiertes Passwort beseitigt beide Risiken.
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WPA3 ist der neueste WLAN-Verschlusselungsstandard (2018 verabschiedet, ab 2022 breit eingefuhrt). Er ist sicherer als WPA2, da er Passwort-Rateversuche besser abwehrt. Wenn Ihr Router es unterstutzt, aktivieren Sie es. Andernfalls bleibt WPA2 mit einem guten Passwort akzeptabel.
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Ein Gastnetzwerk ist ein separates WLAN fur Besucher. Es gibt ihnen Internetzugang, ohne dass sie auf Ihre personlichen Gerate (Computer, Drucker, Kameras) zugreifen konnen. Bei der Livebox gehen Sie in die Administrationsoberflache (192.168.1.1), Registerkarte WLAN, dann Gast-WLAN. Bei der Freebox verwenden Sie die App Freebox Connect. Bei der Bbox loggen Sie sich auf mabbox.bytel.fr ein.
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Mit einem starken WPA2- oder WPA3-Passwort (mindestens 12 Zeichen, Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen) ist das Risiko extrem gering. Ein WLAN mit WEP-Protokoll oder einem kurzen Passwort (unter 8 Zeichen) kann hingegen in wenigen Minuten mit frei verfugbaren Tools geknackt werden. Sichern Sie Ihr Netzwerk und das Risiko wird vernachlassigbar.